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Wespen vertreiben: Sicher und legal

Wespen vertreiben ist besonders in den Sommermonaten ein dringendes Anliegen vieler Menschen. Ob beim Frühstück auf der Terrasse, beim Grillen im Garten oder beim Kaffeetrinken auf dem Balkon – Wespen können zur echten Plage werden. Doch Vorsicht: Die meisten Wespenarten stehen in Deutschland unter Naturschutz, und das Töten oder Zerstören von Nestern kann empfindliche Bußgelder nach sich ziehen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Wespen vertreiben können – effektiv, sicher und im Einklang mit dem Gesetz.

Wespen vertreiben: Rechtliche Grundlagen

Bevor Sie Maßnahmen gegen Wespen ergreifen, sollten Sie die rechtliche Situation kennen. Wespen sind in Deutschland durch das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) geschützt. Das bedeutet:

  • Wildlebende Tiere: Nach § 39 BNatSchG ist es verboten, wildlebende Tiere mutwillig zu beunruhigen, zu fangen, zu verletzen oder zu töten.
  • Besonders geschützte Arten: Hornissen und bestimmte Wespenarten stehen unter besonderem Schutz (§ 44 BNatSchG). Ihre Nester dürfen unter keinen Umständen ohne Genehmigung entfernt werden.
  • Bußgelder: Das illegale Töten von Wespen oder das Zerstören von Nestern kann Bußgelder von bis zu 50.000 Euro (bei Hornissen bis zu 65.000 Euro) nach sich ziehen.
  • Ausnahmen: Eine Umsiedlung oder Entfernung von Wespennestern ist nur durch zertifizierte Fachleute und mit behördlicher Genehmigung erlaubt, wenn eine konkrete Gefährdung vorliegt (z. B. bei Allergikern).

Gut zu wissen: Von den über 600 Wespenarten in Deutschland werden lediglich zwei Arten – die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) – als lästig empfunden, da nur sie an menschlichen Lebensmitteln interessiert sind.

Wespen verstehen: Warum werden sie aggressiv?

Wespen stechen nicht grundlos. Sie werden aggressiv, wenn sie sich bedroht fühlen. Typische Auslöser sind:

  • Hektische Bewegungen: Wedeln, Schlagen und Pusten lösen bei Wespen einen Verteidigungsreflex aus.
  • Nestannäherung: In einem Radius von 2–3 Metern um ihr Nest reagieren Wespen besonders empfindlich auf Störungen.
  • Eingeklemmte Wespe: Eine Wespe, die unter Kleidung oder zwischen Fingern eingeklemmt wird, sticht reflexartig.
  • Erschütterungen: Vibrationen am Nest (z. B. durch Rasenmähen, Renovierungsarbeiten) können einen Massenangriff auslösen.
  • Atemluft: Das CO2 in der Atemluft reizt Wespen, weshalb Anpusten kontraproduktiv ist.

Grundsätzlich gilt: Bleiben Sie ruhig, vermeiden Sie hektische Bewegungen und schieben Sie die Wespe vorsichtig mit einem Blatt Papier beiseite. Die meisten Begegnungen mit Wespen verlaufen völlig harmlos, wenn man Ruhe bewahrt.

Natürliche Methoden zum Wespen vertreiben

Es gibt zahlreiche legale und tierfreundliche Methoden, um Wespen von Ihrem Essbereich fernzuhalten:

Duftstoffe, die Wespen meiden

Wespen reagieren empfindlich auf bestimmte Gerüche, die sie als unangenehm empfinden:

  • Zitronen mit Nelken: Halbieren Sie eine Zitrone und stecken Sie Gewürznelken hinein. Platzieren Sie diese auf dem Tisch – der Duft wirkt auf Wespen abschreckend.
  • Kaffee räuchern: Füllen Sie gemahlenen Kaffee in eine feuerfeste Schale und zünden Sie ihn an. Der Rauch vertreibt Wespen sehr effektiv.
  • Ätherische Öle: Citronella-, Nelken- und Teebaumöl in einem Diffusor oder auf Tüchern verteilt können Wespen abschrecken.
  • Basilikum und Tomatenpflanzen: Der intensive Geruch dieser Pflanzen hält Wespen auf Abstand. Stellen Sie Töpfe auf den Tisch oder die Fensterbank.

Ablenkfütterung

Eine bewährte Methode ist die sogenannte Ablenkfütterung: Stellen Sie einige Meter entfernt von Ihrem Essbereich einen Teller mit überreifen Trauben oder einem Stück Schinken auf. Die Wespen bevorzugen diese leicht zugängliche Nahrungsquelle und lassen Ihren Esstisch in Ruhe. Beginnen Sie mit der Ablenkfütterung idealerweise einige Tage vor einer geplanten Gartenparty, damit die Wespen die alternative Futterstelle kennenlernen.

Wespen vom Essen fernhalten: Praktische Tipps

Neben Duftstoffen und Ablenkfütterung helfen einfache Verhaltensregeln, Wespen beim Essen im Freien fernzuhalten:

  • Speisen und Getränke abdecken: Verwenden Sie Abdeckhauben für Teller und Schüsseln und trinken Sie aus Gefäßen mit Deckel oder verwenden Sie Strohhalme.
  • Süße Speisen vermeiden: Servieren Sie im Freien möglichst keine stark süßen Desserts, Kuchen oder Marmeladen. Falls unvermeidlich, decken Sie sie sofort nach dem Servieren ab.
  • Essensreste sofort räumen: Räumen Sie leere Teller und Reste sofort ab. Je weniger Gerüche in der Luft liegen, desto weniger Wespen werden angelockt.
  • Fallobst aufsammeln: Faulendes Obst im Garten ist ein Wespenmagnet. Sammeln Sie Fallobst regelmäßig auf.
  • Ruhe bewahren: Vermeiden Sie hektische Bewegungen und Pusten. Beides macht Wespen aggressiv. Schieben Sie die Wespe langsam mit einem Stück Papier beiseite.
  • Bunte Kleidung meiden: Wespen werden von bunten Farben und blumigen Mustern angezogen. Tragen Sie beim Essen im Freien gedeckte Farben.
  • Parfum vermeiden: Süßliche Parfums, Haarsprays und Deodorants können Wespen anlocken.

Wespenabwehr im Garten: Strukturelle Maßnahmen

Neben den situativen Tipps für Mahlzeiten im Freien gibt es strukturelle Maßnahmen, die den Garten insgesamt weniger attraktiv für Wespen machen:

  • Obstbäume: Fallobst ist einer der stärksten Wespenlockstoffe. Sammeln Sie Fallobst täglich auf und entsorgen Sie es in geschlossenen Behältern.
  • Mülltonnen: Stellen Sie Mülltonnen möglichst weit vom Sitzbereich entfernt auf und sichern Sie die Deckel.
  • Komposthaufen: Decken Sie den Kompost ab, besonders wenn Obstreste entsorgt werden.
  • Bepflanzung: Pflanzen Sie Basilikum, Lavendel, Tomaten und Geranien in der Nähe Ihres Sitzbereichs. Diese Pflanzen verströmen Düfte, die Wespen als unangenehm empfinden.
  • Getränke: Verwenden Sie Trinkflaschen mit Verschluss oder Deckel, besonders für Kinder. Offene Getränkedosen sind besonders tückisch, da Wespen unbemerkt hineinkriechen können.

Eine besondere Gefahrenquelle sind Getränkedosen und -flaschen, in die Wespen unbemerkt hineinkriechen. Ein Stich im Mund- oder Rachenraum kann auch für Nicht-Allergiker lebensbedrohlich sein, da die Schwellung die Atemwege verengen kann. Verwenden Sie im Freien daher immer Trinkgefäße, in die Sie hineinsehen können, oder nutzen Sie einen Strohhalm. Kinder sollten im Freien nie unbeaufsichtigt aus offenen Behältern trinken.

Technische Lösungen gegen Wespen und andere Fluginsekten

Für überdachte Bereiche wie Terrassen, Wintergärten und Verandas bieten sich technische Lösungen an, die Insekten effektiv und ohne Chemie bekämpfen:

Produktempfehlung: UV-Insektenvernichter Swissinno 10W

Der Swissinno UV-Insektenvernichter mit 10W UV-Lampe lockt fliegende Insekten mit ultraviolettem Licht an und fängt sie effektiv auf. Platzieren Sie das Gerät in geschützten Außenbereichen oder Innenräumen, um Wespen, Mücken und andere Fluginsekten zu reduzieren. Das Gerät arbeitet chemiefrei, geräuscharm und ist einfach zu reinigen. Ideal für Terrassen, Gastronomie und Wohnräume.

Wespennest in der Nähe: Was tun?

Wenn sich ein Wespennest in unmittelbarer Nähe Ihres Wohnbereichs befindet, gibt es mehrere Handlungsmöglichkeiten:

  • Nest in Ruhe lassen: Wenn das Nest an einem wenig frequentierten Ort hängt (z. B. unter dem Dachüberstand, im Schuppen), ist es am besten, es einfach in Ruhe zu lassen. Wespenvölker sterben im Herbst ab, und das Nest wird nicht wiederverwendet.
  • Fachmann kontaktieren: Bei Nestern an stark frequentierten Stellen (Balkon, Haustür, Spielplatz) wenden Sie sich an einen Wespenberater oder Schädlingsbekämpfer. Dieser kann prüfen, ob eine Umsiedlung möglich und nötig ist.
  • Untere Naturschutzbehörde: Bei besonders geschützten Arten wie Hornissen ist eine Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde erforderlich, bevor Maßnahmen ergriffen werden dürfen.

Wichtig: Versuchen Sie niemals, ein Wespennest selbst zu entfernen. Dies ist nicht nur illegal, sondern auch äußerst gefährlich, da die Tiere ihr Nest aggressiv verteidigen.

Wespen und Allergiker: Besondere Vorsicht

Für Menschen mit einer Wespengiftallergie können Wespenstiche lebensbedrohlich sein. Allergiker sollten:

  • Stets ein Notfallset (Adrenalin-Autoinjektor, Antihistaminikum, Cortison) bei sich tragen
  • Ihren Hausarzt oder Allergologen über eine Hyposensibilisierung beraten lassen
  • Im Freien geschlossene Schuhe tragen und nicht barfuß laufen
  • Abfallbehälter im Freien meiden
  • Bei einem Stich sofort den Notruf (112) verständigen, wenn Symptome wie Atemnot, Schwindel oder Schwellungen im Hals- oder Gesichtsbereich auftreten

Lesen Sie auch unseren Ratgeber zum Thema Mückenschutz: Die besten Mittel für drinnen und draußen – auch Mückenstiche können bei Allergikern problematisch werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Darf ich Wespen töten?

Nein, das mutwillige Töten von Wespen ist in Deutschland verboten und kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Auch das Zerstören von Nestern ohne Genehmigung ist illegal. Erlaubt ist lediglich die Abwehr von Wespen durch Fernhalten und Abschrecken – nicht aber durch Töten.

Wie lange lebt ein Wespenvolk?

Ein Wespenvolk existiert nur einen Sommer lang. Im Frühjahr gründet eine überwinterte Königin ein neues Volk, das im Laufe des Sommers auf 3.000–5.000 Tiere anwächst. Im Herbst sterben alle Arbeiterinnen und die alte Königin ab. Nur die begatteten Jungköniginnen überwintern, um im nächsten Jahr neue Völker zu gründen. Das alte Nest wird nicht wiederverwendet.

Sind Wespen nützlich?

Ja, Wespen sind wichtige Nützlinge. Ein einzelnes Wespenvolk fängt pro Tag etwa 3.000 Insekten – darunter Fliegen, Mücken, Blattläuse und Raupen. Damit leisten Wespen einen erheblichen Beitrag zur natürlichen Schädlingsbekämpfung. Zudem bestäuben sie Blüten und dienen als Nahrung für Vögel und andere Tiere.

Was tun bei einem Wespenstich?

Kühlen Sie die Stichstelle sofort mit einem kalten Tuch oder Eiswürfeln. Ein Stichheiler (elektrischer Hitzestift) kann den Juckreiz lindern, wenn er innerhalb der ersten Minuten angewendet wird. Antihistaminika-Gel oder Cortisoncreme reduzieren Schwellung und Juckreiz. Bei allergischen Reaktionen wie Atemnot, Schwindel oder Schwellungen im Gesichts- und Halsbereich rufen Sie sofort den Notruf (112) an.

Hilft es, Wespen mit Wasser zu besprühen?

Das Besprühen einzelner Wespen mit einer Sprühflasche kann sie vorübergehend vertreiben, da die nassen Flügel das Fliegen erschweren. Als dauerhafte Methode ist dies jedoch ungeeignet und kann die Tiere reizen. Effektiver sind präventive Maßnahmen wie das Abdecken von Speisen und der Einsatz von natürlichen Duftstoffen.

Zusammenfassung: Wespen friedlich und legal vertreiben

Wespen sind geschützte Nützlinge, die nicht getötet werden dürfen. Glücklicherweise gibt es zahlreiche legale und effektive Methoden, um Wespen von Ihrem Essbereich fernzuhalten: natürliche Duftstoffe wie Zitronen mit Nelken oder geräucherter Kaffee, Ablenkfütterung in einiger Entfernung, konsequentes Abdecken von Speisen und Getränken sowie technische Lösungen wie der UV-Insektenvernichter von Swissinno. Bei Nestern in der Nähe des Wohnbereichs kontaktieren Sie einen Wespenberater, der die Situation einschätzt und bei Bedarf eine Umsiedlung organisiert. Bleiben Sie bei Begegnungen mit Wespen stets ruhig und vermeiden Sie hektische Bewegungen – so verhindern Sie die meisten Stiche.

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