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Maulwurf unter Naturschutz: Was darf ich tun?

Der Maulwurf steht unter Naturschutz — und genau das macht vielen Gartenbesitzern das Leben schwer. Kaum jemand freut sich über die unzähligen Erdhügel, die den einst makellosen Rasen verunstalten. Doch welche Maßnahmen sind angesichts des Naturschutzes erlaubt? In diesem Artikel erfahren Sie alles über die rechtliche Situation rund um den Maulwurf und Naturschutz, welche Methoden legal sind und wie Sie die Tiere schonend vergrämen können.

Maulwurf und Naturschutz: Die rechtliche Grundlage

Der Europäische Maulwurf (Talpa europaea) genießt in Deutschland besonderen Schutz durch das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG). Konkret ist er nach § 7 Abs. 2 Nr. 13 BNatSchG eine besonders geschützte Art. Diese Einstufung hat weitreichende Konsequenzen:

Was ist verboten?

  • Töten: Das absichtliche Töten von Maulwürfen ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit Geldbußen von bis zu 50.000 Euro bestraft werden. In schweren Fällen oder bei besonders geschützten Arten kann sogar eine Straftat vorliegen.
  • Fangen: Das Fangen und Umsetzen von Maulwürfen ist ohne behördliche Genehmigung verboten.
  • Nachstellen: Das gezielte Aufsuchen und Verfolgen von Maulwürfen in ihren Bauen ist nicht erlaubt.
  • Fortpflanzungs- und Ruhestätten zerstören: Das absichtliche Zerstören von Maulwurfsbauen und -gängen fällt ebenfalls unter das Verbot.

Was ist erlaubt?

Der Naturschutz verbietet nicht jede Form der Einwirkung auf Maulwürfe. Folgende Maßnahmen sind grundsätzlich legal:

  • Vergrämen: Das Vertreiben durch unangenehme Reize (Vibrationen, Gerüche, Geräusche) ist erlaubt, sofern das Tier nicht verletzt wird.
  • Erdhügel entfernen: Sie dürfen Maulwurfshügel abgetragen und die Erde im Garten verteilen.
  • Vorbeugende Maßnahmen: Das Verlegen von Maulwurfsperren beim Anlegen neuer Rasenflächen ist erlaubt.
  • Natürliche Düngung: Die Verwendung von Düngemitteln, die als Nebeneffekt Maulwürfe vergrämen, ist legal.

Wichtig: In Ausnahmefällen können bei der zuständigen Naturschutzbehörde Sondergenehmigungen beantragt werden — etwa wenn ein Maulwurf nachweislich erhebliche wirtschaftliche Schäden verursacht (z. B. auf Sportplätzen oder in der Landwirtschaft). Für den normalen Hausgarten wird eine solche Genehmigung in der Regel nicht erteilt.

Legale Methoden zur Maulwurfvergrämung

Trotz des strengen Naturschutzes gibt es wirksame und legale Methoden, um Maulwürfe zum Abwandern zu bewegen:

Vibrationsgeräte — die effektivste Methode

Maulwürfe haben ein extrem empfindliches Gehör und reagieren stark auf Bodenvibrationen. Spezielle Maulwurfvertreiber erzeugen regelmäßige Vibrationen, die in den Boden übertragen werden und den Maulwurf so nachhaltig stören, dass er seinen Bau verlegt.

Produktempfehlung: MoleChaser Maulwurfabwehr
Der Maulwurfabwehr Motor MoleChaser erzeugt gleichmäßige Vibrationen im Boden, die Maulwürfe zum Abwandern bewegen. Das Gerät ist zu 100 % tierschutzkonform und mit dem Bundesnaturschutzgesetz vereinbar. Einfach in den Boden stecken und einschalten — der Maulwurf verlässt den Bereich in der Regel innerhalb von 2–4 Wochen.

Geruchsbasierte Vergrämung

Bestimmte Gerüche sind für Maulwürfe unangenehm und können sie zur Verlagerung ihres Reviers bewegen. Besonders wirksam sind spezielle Granulate und Düngmittel, die unangenehm riechende Substanzen langsam im Boden freisetzen.

Produktempfehlung: Talpax Düngemittel
Talpax Düngemittel ist ein Dünger, der gleichzeitig als Maulwurfvergrämung wirkt. Das Granulat setzt im Boden Geruchsstoffe frei, die Maulwürfe als unangenehm empfinden, während es gleichzeitig Ihren Rasen mit Nährstoffen versorgt. Doppelter Nutzen, völlig legal und tierschutzkonform.

Maulwurfsperre beim Rasenneuanlage

Wenn Sie einen neuen Rasen anlegen oder Beete neu gestalten, können Sie vorbeugend ein engmaschiges Maulwurfgitter (Maschenweite 15–20 mm) unter der Grasnarbe verlegen. Das Gitter verhindert, dass der Maulwurf Erdhügel an die Oberfläche drücken kann. Er kann weiterhin in tieferen Schichten graben und seiner Nahrungssuche nachgehen — nur die sichtbaren Hügel bleiben aus.

Maulwurf oder Wühlmaus? Der wichtige Unterschied

Viele Gartenbesitzer verwechseln Maulwurfshügel mit Wühlmaushügeln. Die Unterscheidung ist wichtig, denn Wühlmäuse stehen nicht unter Naturschutz und dürfen aktiv bekämpft werden.

  • Maulwurfshügel: Hoch und symmetrisch aufgeworfen, der Gang geht senkrecht nach unten. Keine Pflanzenreste in der Erde. Öffnung genau in der Mitte des Hügels.
  • Wühlmaushügel: Flacher und unregelmäßig, der Gang geht seitlich weg. Oft Pflanzenreste und Wurzeln in der Erde. Öffnung seitlich versetzt.

Ein einfacher Test: Stechen Sie mit einem Stab von oben in den Hügel. Bei einem Maulwurfshügel treffen Sie direkt auf den senkrechten Gang. Bei einem Wühlmaushügel geht der Gang seitlich ab.

Wichtig: Wenn Sie Wühlmäuse im Garten haben, dürfen Sie diese aktiv bekämpfen. Maulwürfe dagegen sind durch den Naturschutz geschützt und dürfen nur vergrämt werden.

Warum der Maulwurf unter Naturschutz steht

Die Schutzbedürftigkeit des Maulwurfs hat gute Gründe:

  • Nützling: Maulwürfe fressen pro Tag ihr eigenes Körpergewicht an Schädlingen — Engerlinge, Schnecken, Drahtwürmer und Larven. Sie sind eine kostenlose biologische Schädlingsbekämpfung.
  • Bodenverbesserung: Das Tunnelsystem des Maulwurfs belüftet den Boden, verbessert die Drainage und fördert das Bodenleben.
  • Ökosystem: Maulwürfe sind Teil eines komplexen Ökosystems. Ihr Verschwinden hätte Auswirkungen auf zahlreiche andere Arten.
  • Populationsrückgang: Intensive Landwirtschaft, Pestizide und Flächenversiegelung haben die Lebensräume des Maulwurfs in den letzten Jahrzehnten stark eingeschränkt.

Die aufgeworfene Erde der Maulwurfshügel ist übrigens hervorragend als Blumenerde geeignet — fein, krümelig und frei von Unkrautsamen. Viele erfahrene Gärtner sammeln die Erde und nutzen sie für Aussaaten und Pflanzgefäße.

Lesen Sie auch unseren Ratgeber Hausmittel gegen Maulwurf: Mythen und Fakten für weitere Tipps.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Strafe droht beim Töten eines Maulwurfs?

Das Töten eines Maulwurfs ist eine Ordnungswidrigkeit nach dem Bundesnaturschutzgesetz und kann mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. In besonders schweren Fällen kann auch eine strafrechtliche Verfolgung drohen. Die Höhe der tatsächlichen Buße hängt von den Umständen des Einzelfalls ab.

Darf ich einen Maulwurf mit einer Lebendfalle fangen?

Nein, auch das Fangen und Umsetzen von Maulwürfen ist ohne Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde verboten. Solche Genehmigungen werden nur in begründeten Ausnahmefällen erteilt, etwa wenn der Maulwurf nachweislich erhebliche wirtschaftliche Schäden verursacht.

Wirken Vibrationsgeräte wirklich gegen Maulwürfe?

Ja, Vibrationsgeräte gehören zu den wirksamsten legalen Methoden der Maulwurfvergrämung. Maulwürfe reagieren extrem empfindlich auf Bodenvibrationen, da sie diese zur Orientierung nutzen. Regelmäßige Vibrationen stören ihren Lebensrhythmus und veranlassen sie, ihr Revier zu verlagern. Die Wirkung tritt in der Regel nach 2–4 Wochen ein.

Steht die Wühlmaus auch unter Naturschutz?

Nein, Wühlmäuse (Schermäuse) stehen nicht unter Naturschutz und dürfen aktiv bekämpft werden. Achten Sie darauf, die Erdhügel korrekt zu identifizieren, bevor Sie Maßnahmen ergreifen. Im Zweifelsfall lassen Sie die Bestimmung von einem Fachmann durchführen.

Kann ich eine Ausnahmegenehmigung für die Maulwurfbekämpfung bekommen?

Theoretisch ja, aber in der Praxis werden Ausnahmegenehmigungen für Privatgärten selten erteilt. Sie müssen nachweisen, dass der Maulwurf erhebliche wirtschaftliche Schäden verursacht und alle zumutbaren Vergrämungsmaßnahmen erfolglos waren. Für Sportplätze, Golfplätze und landwirtschaftliche Flächen sind die Erfolgsaussichten besser.

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